Sonntag, 9. Oktober 2011,
11.30 Uhr,
Schlosskapelle Neuburg
Sonntag
9. Oktober 2011, 11.30 Uhr
Schlosskapelle Neuburg
Lassus & Co(ntemporains)
Ensemble amarcord
Programm

Schlosskapelle
Aus der Tiefe
Orlando di Lasso (um 1532 – 1594)
Lamentatio prima primi diei
Aleph. Beth. Ghimel.
Hieremiae Prophetae Lamentationes, München 1585
Verleih uns Frieden
Da pacem Domine
Antiphonale Monasticum
Orlando di Lasso
Da pacem Domine
Moduli quinque vocum, Paris 1588
Pandolfo Zallamella (*1551 – ?)
Ingrediente Domino
Florilegium Portense, Leipzig 1618
Giovanni Battista Stefanini (1574-1630)
Christus resurgens
Florilegii Musici Portensis, Leipzig 1621
Georg Rhaw (1488–1548)
Oratio Dominica "O Pater coelestis"
Florilegium selectissimum hymnorum, Leipzig 1606
Licht und Finsternis
Orlando di Lasso
Confitemini Domino
Sacræ cantiones quinque vocum, Nürnberg 1564 / Florilegium
Portense, Leipzig 1618
Nicolaus Rosthius (um 1542 – 1622)
Nunc dimittis (Canticum Simeonis)
Florilegium Portense, Leipzig 1618
Heinrich Schütz (1585-1672)
Viel werden kommen, SWV 375
Geistliche Chormusik, Dresden 1648
Aus der Tiefe
De profundis
Graduale Romanum
Orlando di Lasso
Lamentatio tertia primi diei
Lamed. Mem. Nun.
Hieremiae Prophetae Lamentationes, München 1585
Orlando di Lasso
Cantai, or piango
Il primo libro di madrigali, Venedig 1555
Jakob Arcadelt (um 1500 – 1568)
Il bianco e dolce cigno
Il primo libro di madrigali di Archadelt a quatro voci, Venedig
1538/1539
Cypriano de Rore (um 1515 – 1565)
Anchor che col partire
Orlando di Lasso
Madonna sa l'amor
Les meslanges … contenantz plusieurs chansons, Paris 1576
Giovanni Gabrieli (um 1556 – 1612)
Vagh' amorosi
Il terzo libro de madrigali a cinque voci, con alcuni di Giovanni
Gabrieli, Venedig 1589
Philippe Verdelot (*? – vor 1552)
Italia mia
Il seconco libro de madrigali a cinque voci, 1538
Orlando di Lasso
Mia benigna fortuna
Il primo libro di madrigali, Venedig 1555
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Ensemble amarcord
| Wolfram Lattke | Tenor |
| Martin Lattke | Tenor |
| Frank Ozimek | Bariton |
| Daniel Knauft | Bass |
| Holger Krause | Bass |

Ensemble amarcord
Was haben Orlando di Lasso und Johann Adolf Hasse miteinander zu tun, könnte man auf den ersten Blick fragen. Schließlich liegen nicht weniger als rund 200 Jahre zwischen den Lebenswelten dieser Komponisten. Schaut man aber genauer hin, ergeben sich doch wieder Bezüge – ganz über die Zeiten hinweg. Beide zählten zu den gefragtesten Komponisten ihrer Zeit – Lasso in der geistlichen, Hasse in der weltlichen Musik. Und obwohl sie beide den wichtigsten Teil ihres Lebens in Deutschland verbrachten, spielte Italien für die Entwicklung eine besondere Rolle. Orlando di Lasso, 1532 in Mons (Hennegau) geboren, trat 1544 in die Dienste von Ferrante Gonzaga, des Vizekönigs von Sizilien, und begann damit seine italienische Zeit. 1549 kam er nach Neapel und erlebt dort die prägendsten Jahre, die auch auf seinen Kompositionsstil entscheidenden Einfluss hatten und wurde später im Lateran, der ranghöchsten und nach dem Petersdom damals zweitwichtigsten Kirche Roms angestellt.
Hasse wiederum, der 1699 in Bergedorf bei Hamburg geboren wurde, reiste 1722 nach Neapel, um bei Porpora und Scarlatti Komposition zu studieren. Dort feierte er 1726 auch seinen ersten großen Erfolg am Teatro San Bartolomeo und reihte sich mit seinen folgenden Opern unter die beliebtesten Opernkomponisten Italiens ein. Sowohl bei Lasso als auch bei Hasse hinterließ der Aufenthalt in Italien einen tiefen Eindruck, der ihre gesamte künstlerische Laufbahn prägen sollte. Diese ersten Erfolge erwiesen sich als Wegbereiter für die weitere Karriere, die sie jeweils zu den führenden Komponisten ihrer Zeit werden ließ.
1557 trat Orlando di Lasso in die Dienste Albrecht V. von Bayern und baute die Münchner Hofkapelle zu einer der bedeutendsten Musikkapellen Europas aus. So verwundert es nicht, das er 1580 das Angebot des Sächsischen Kurfürsten ablehnt, Kapellmeister in Dresden zu werden. Hasse hingegen wurde ca. 150 Jahre später an dortiger Stelle zum Hofkapellmeister ernannt und formte das dortige Opernpersonal zu einem der Spitzenensembles seiner Zeit. Die Namen Orlando di Lasso und Johann Adolf Hasse sind noch heute untrennbar mit der Entwicklung der Gattung Motette auf der einen und der Gattung Oper auf der anderen Seite verbunden. Ihre Werke waren europaweit verbreitet und stellen Meilensteine in der Musikgeschichte Europas dar.
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